Alex Stein kann zweifelsfrei als einer der aufstrebendsten DJs aus Brasilien gesehen werden. Seine Releases und Produktionen sprechen dabei für sich. Sein voller Tourkalender, Remixanfragen und Kooperationen ebenfalls. Hierzulande kann man Alex Stein in Locations wie dem Watergate oder dem Uebel & Gefährlich sehen. Wir haben mit ihm über Techno, Berlin und seine deutschen Wurzeln gesprochen.

Dein Sound hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Früher hast Du auf Labels wie Bunny Tiger released und bist heute auf Labels wie Tronic, Hydrozoa und Suara unterwegs. Wie würdest Du Deine Soundentwicklung beschreiben?

Naja, der Release auf Bunny Tiger war eigentlich einer meiner einzigen Releases, der mehr in die housige Richtung geht, da es eine Collabo war mit meinem Freund Thomaz Krauze. Ich war immer ein Techno Fan und hab immer versucht Techno zu machen. Und daher hat sich das Sound über die Jahre sehr geändert. Ich glaube, dass eine Entwicklung immer nötig ist, im speziellen für Musiker. Da man einfach nicht immer dieselbe Musik machen will oder sollte. Dazu versuche ich auch mit Collabs  und eigenen Produktionen so viel wie möglich neue Sachen und neue Sounds zu kreieren.

Du lebst in Sao Paulo bist aber auch einen Teil des Jahres in Berlin. Wie kommt es dazu?

Ich wurde in Brasilien geboren, bin aber in Deutschland aufgewachsen, da ich eine deutsche Mutter habe. Später ist die ganze Familie zurück nach Brasilien gezogen, wo ich dann die nächsten zehn Jahre gelebt habe. Da ich in sehr jungen Jahren, die Deutsche Sprache gelernt habe, ist es immer sehr einfach für mich hier in Deutschland Zeit zu verbringen. Auch deswegen habe ich beim SAE in Frankfurt studiert. Da ich einen deutschen und einen brasilianischen Pass habe, kann ich zwischen den beiden Ländern „switchen“ und an beiden Orten wohnen.

Welche Orte in Berlin erlebst Du dann besonders inspirierend?

Die ganze Stadt ist für mich inspirierend. Ich versuche tatsächlich meine Sachen zu Fuß zu erledigen, damit ich soviel wie möglich von der Stadt mitbekomme.  In einem Auto oder SBahn hast du nicht genug Zeit Um die Umgebung besser anzusehen und alles aufzusaugen. Einfach rumlaufen, sich die Stadt anschauen, während ich Musik höre ist für mich extrem inspirierend. Und ich freue mich auf alles was noch kommt.

Wie würdest Du die Techno Szene in Sao Paulo und Brasilien beschreiben?

Die Techno Szene  in Sao Paulo und Brasilien ist wirklich sehr schwer zu erklären.  So wie ich es sehe ist die Techno-Szene in Brasilien schon alt und hat sehr viele Followers.  Sie existiert schon seit vielen Jahren, aber meiner Meinung nach ändern die Brasilianer Ihre Meinung über den Sound den sie mögen sehr oft und sehr leicht. Alles ist fluktuativ. Also passiert es schnell, das was heute sehr ‚big’ ist, in zwei oder drei Jahren durch was Neues ersetzt wird. Trotzdem gibt es sehr gute Techno Partys in Brasilien und die Leute die dahinter stehen, glauben daran und machen es aus Liebe für die Musik. Und wegen genau dieser Leidenschaft denke ich, dass es für die Szene in Brasilien nur noch besser werden kann. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.

Deine Sets begeistern Menschen auf der ganzen Welt. Wo war es bisher am schönsten?

Es ist immer sehr hart einen einzigen Favoriten auszusuchen. Sei es ein Club oder ein Land. Ich habe sehr viel Glück gehabt, das ich an sehr besondere Plätze reisen durfte und  unheimlich viele besondere Leute kennen lernen konnte. Ich liebe die Energie in Argentinien und ich liebe die Leute und die Unterstützung  dich ich in Australien kriege,  so wie ich es liebe es in Berlin aufzulegen und noch nie im leben eine so schöne Landschaft gesehen hatte wie in Mauritius. Jeder Platz hat was Besonderes und bewegt und fasziniert mich in seiner eigenen Art.

Und was fasziniert dich persönlich an Techno und der Szene am Meisten?

Die Freiheit. Ich fühle, dass die ganze Techno Lebensweise vor allem Freiheit in sich trägt. Vor allem die Freiheit zu sein und zu werden, wie du willst. Die Musik zuhören, die dich bewegt anstatt was im Radio läuft. Im Studio kann ich nahezu alles machen und versuchen was ich möchte, desto mehr verrückt und außergewöhnlich desto besser ist es für mich. Und das ist etwas was ich in keinen anderen Genres gefunden habe.

Was steht bei Dir in nächster Zeit so an?

Am 4. November kommt meine zweite EP auf Oliver Huntemann’s label Senso Sounds raus. Der Titel track ‚Maelstrom’ ist eine echte bombe und ich kann kaum warten zu sehen was die Fans davon halten. Den zweite track ‚Steep’ kennen die meisten schon, da ich den Track schon fast ein Jahr lang auflege. Sonst gibt es von mir noch einen Remix für Oliver Hunteman’s track ‚Taktik’ der zusammen mit anderen Tracks auf seinem Remix Album released werden soll. Im November kommt auch ein anderer Remix von mir bei Hydrozoa raus und im Januar habe ich meine erste EP bei Octopus Black.
Viel neue Musik kommt also!

Danke!

Alex Stein @ Facebook

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