Seit mittlerweile 10 Jahren besteht „Igloo-Rec“. Zur Feier dieses Anlasses veröffentlichte das Label eine Anniversary-Compilation. Für uns Grund genug, einmal mit dem Gründer und Chef, Dilo über die Compilation, seine Soloprojekte und Berlin zu sprechen.

Du stammst ursprünglich aus Argentinien, lebst aber inzwischen seit einigen Jahren in Berlin. Was hat Dich dazu bewogen, nach Berlin zu kommen?

Die Europäer, die ich in Buenos Aires kenngelernt habe, haben mir oft gesagt, dass meine Musik sehr „deutsch“ klingt und während meiner Arbeit in einem Plattenladen habe ich irgendwann auch selbst festgestellt, dass meine Lieblingsscheiben einen „Made in Germany“-Stempel hatten.
Als ich 2005 während einer Europatournee einige Gigs in Spanien, der Schweiz und Deutschland gespielt habe, kam ich auch das erste Mal nach Berlin. Ungefähr seit 2006 habe ich dann regelmäßig in Berliner Clubs wie Berghain, Chalet, Watergate, Golden Gate, Weekend und der Bar25 und ihren Verkaterten Nachfolgern gespielt.

Und das hat Dich zum Bleiben bewogen?

Ja, im Endeffekt schon. Ich wollte ursprünglich immer mit dem Sommer zusammen die Äquatorseite wechseln, aber schon im ersten Jahr, also 2013, habe ich beschlossen permanent in Berlin zu bleiben. Da ich das sehr lebhafte und laute Buenos Aires gewohnt war, mochte ich die vergleichsweise gechillte Atmosphäre Berlins, mit seinen vielen Parks und Seen. Naja und zu guter Letzt war natürlich das Kulturangebot, speziell die Musikszene ein ausschlaggebendes Argument für den Umzug.

Du hast dann das Label „Igloo-Rec“ gegründet, um selbst Musik veröfffentlichen zu können. Was zeichnet Euch aus?

Ich habe Igloo nicht nur als ein Label oder eine Agentur gegründet, sondern vielmehr als ein Kollektiv verschiedener Künstler. Dabei ging es mir nicht nur um Musiker, was sich vor allem in unseren Artworks zeigt.

Kürzlich habt Ihr eine 10-Jahre-Compilation veröffentlicht, die auf allen gängigen digitalen Plattformen erhältlich ist. Nach welchen Kriterien habt Ihr die Künstler ausgewählt, die an der Compilation mitgewirkt haben?

Wir haben Künstler gefragt, die wir schon seit langer Zeit kennen und wertschätzen. Da wären zum Beispiel Seph, Ryan Crosson, Pablo Denegri und Alejandro Mosso zu nennen. Zusätzlich haben wir noch Freunde und einige Newcomer, wie Clovis, Jeannot James le Roux und Hobta eingeladen, sich an der Compilation zu beteiligen.

Gab es bezüglich des Sounds Vorgaben oder konnten die Künstler sich absolut selbst verwirklichen?

Nein, wir machen keine Vorgaben. Wir vertrauen den Künstlern in dieser Hinsicht und werden dafür mit innovativen Tracks belohnt, die wir dann nur noch in eine angemessene Reihenfolge setzen müssen.

Zurück zu Deiner Person: Hauptsächlich trittst Du als „Dilo“ auf, gelegentlich als „Elephant Pixel“. Gibt es noch weitere Projekte an denen du beteiligt bist?

Dilo und Elephant Pixel beanspruchen schon die meiste meiner Zeit, aber ich arbeite zum Beispiel auch mit Kenneth James Gibson aus Los Angeles zusammen, mit dem ich das Duo „[a]pendics.shuffle“ bilde. Außerdem bin ich in einer Band, Monotax, und arbeite zur Zeit mit meinem Freund Jeannot an einem Album.

Wie würdest Du selbst Deinen eigenen Sound beschreiben?

Ich denke, mein Sound ist sehr weit gefächert und variabel. Das resultiert zum einen aus meiner Experimentierfreude und zum anderen daraus, dass ich mich nicht auf einen bestimmten Sound festlegen möchte, um nicht an diesen gebunden zu sein. Wenn ich typische Elemente benennen sollte, wären das die Vocals, die ich selbst recorde, und Instrumente, wie Gitarren, aber auch analoge Synthesizer.

Wie sehen deine persönlichen Pläne für die Zukunft aus?

Musik, Musik, Musik! Ich möchte nichts Anderes machen und bin ständig auf der Suche nach neuen Zielen. Ich werde mich neben meinen Soloprojekten weiterhin auf das Album mit Jeannot und die Labelarbeit konzentrieren. Außerdem denke ich darüber nach, eine neue Band zu gründen.

Dann möchten wir Dir für die kommende Zeit alles Gute und viel Erfolg wünschen und danken für deine Zeit und deine Geduld!

Ich danke Euch für Euer Interesse und das gute Gespräch!

Links:

Igloo 10 #2 – Beatport

Dilo – Facebook

Igloo-Rec – Facebook

Elephant Pixel – Facebook

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