Wer Ioakim Sayz besser kennen lernen will, sollte seine Sets und Produktionen hören. So zumindest der Künstler über sich selbst. IOAKIM SAYZ stellt die Musik und seine Passion klar in den Vordergrund. Umso mehr freuen wir uns, ein Interview mit ihm machen zu können. Der Artist, der bereits auf Labels wie Get Physical oder auch Moodmusic veröffentlicht hat, steht für einen eigenen Sound, der klar Genregrenzen überschreitet und damit ein außergewöhnliches Flair beinhaltet. Sein aktueller Remix für die in Berlin lebende Künstlerin NELA spiegelt das perfekt wieder.

Du bist gerade mit einem Remix auf der FACE IT EP von NELA vertreten. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
„Ich kenne Nela noch aus meinen Berliner Zeiten. Felix Cage, einer der sehr sympathischen ER Label Heads habe ich nach einem Gig in Brüssel kennengelernt. Man blieb irgendwie in Kontakt und als die Jungs mich hinsichtlich des Remixes kontaktierten und ich das extrem starke Original gehört hatte, war mir klar, dass ich trotz der hohen Messlatte einen Versuch starten wollte.“

Welche Tools im Studio haben besonders starken Einfluss auf den Remix genommen?
„Die pumpende Bassline stammt von meinem Moog Sub 37, für den Beat habe ich mich in meiner Sample Library ausgetobt, da ich mir bewusst bis dato noch keinen Drumcomputer zugelegt habe. Ergänzende Leadsounds stammen entweder aus der Ethno World Library bzw. Serum.“

Dein aktueller Podcast für Electronical Reeds greift auf unterschiedliche Genres wie House, Techhouse und Techno zurück. Wie bist Du an den Mix gegangen?
„Ich empfinde es oft amüsant, wie gerne man Podcasts „überinterpretiert“. Also bitte versteht mich nicht falsch, ich bin ein großer Verfechter von Podcasts und bin der Meinung, dass man brechtigterweise sehr viel Gedanken bei der Planung eines guten Mixes investieren sollte. Letztlich ist es bei meinen Podcasts jedoch genauso wie bei einem meiner DJ Gigs, ich vertraue meiner Intuition und Erfahrung für eine gelungene Trackauswahl und einen sinnvollen Aufbau, etc.. Authentizität ist alles für mich.“

Du hast in der Vergangenheit auf Labels wie Get Physical, Souvenir und jetzt Electronical Reeds veröffentlicht. Was macht für Dich ein gutes Label aus?
“Da wären zum einen die so persönliche wie mögliche Kontaktaufnahme, ein respektvoller Umgang mit dem Künstler sowie dem Produkt, der Transparenz und Zuverlässigkeit, sowie der bestmöglichen und professionellen Vermarktung der Musik und Unterstützung des Künstlers. Meist scheitert es jedoch bereits am Vertrag… auf manche warte ich heute noch!“

Bei Facebook schreibst Du, dass Du müde von der Musikindustrie bist – was hält Dich wach?
„Vorweg sei gesagt, dass ich nicht etwa an einem Burnout leider, sondern damit meinte die Schnauze vom Business voll zu haben mit all der Oberflächlichkeit und Unzuverlässigkeit sowie der Eindimensionalität vieler Labels und Künstler.
„Wach“ hält mich folglich ein unabhängiges Arbeiten, der Widmung meiner eigenen Musikprojekte und der Zusammenarbeit mit ausgewählten Menschen, auf die ich mich verlassen kann und respektiere!“

Was steht bei Dir in den nächsten Monaten noch so an?
“Ich freue mich auf einen aufregenden Trip nach Indien, wo ich mich im Fieldrecording austesten möchte. Zudem wird einiges Neues an Musik via meiner Bandcamp Seite veröffentlicht weden. Und wenn ich noch Zeit haben sollte, werde ich die Welt retten…

IOAKIM SAYZ @ facebook

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