Beim Label „Kittball Records“ hält sie die Zügel in der Hand, aber auch als Produzentin & DJ ist Juliet Sikora aus Dortmund gut unterwegs. Wir haben mir ihr über das vergangene Jahr gesprochen und wagen einen Ausblick in die Zukunft.

Du bist vor einiger Zeit von einer Indien-Tournee zurückgekehrt, was waren die Höhepunkte und wie ist Indien in Vergleich zu anderen Orten, an denen du bereits gespielt hast?

Indien ist wie immer ein Erlebnis der besonderen Art. Das Land selber ist sehr kontrovers, zum einen unfassbar schön, spannend und einfach so komplett anders als Deutschland.

Auf der anderen Seite wird man schon sehr erschlagen von dem Dreck in den Großstädten und der Armut die überall zu sehen ist. Nicht desto trotz komme ich immer gerne wieder, das war meine fünfte Tour dort und man erlebt immer wieder neues, lernt tolle Menschen kennen. Aus einigen Bekanntschaften haben sich über die Jahre richtige Freundschaften entwickelt.

Die Clubszene ist größer als man denken würde, viele Festivals und die Menschen sind musikalisch am Zahn der Zeit. Ein sehr dankbares Publikum und feiern können die, wie kaum ein anderes Volk. Komplette Eskalation auf dem Dancefloor ist eigentlich immer vorprogrammiert, egal ob ich in Mumbai, Delhi, Schillong, Pune oder Goa gespielt hab.

Du warst im Dezember bei Rave on Snow in Saalbach. Gibt es einen Unterschied, wenn du dich auf ein Festival vorbereitest, als wenn du in einem Club spielst?

So gesehen nicht wirklich, ich passe meinen Sound eher der Tageszeit ein, komme aber eh immer früher zu meinem Gig und beobachte die Leute. Ich plane meine Trackauswahl spontan und nach Gefühl.

Du spielst ab und zu auch in Dortmund, deiner Wahlheimat. Ist es etwas Besonderes dort zu spielen?

In seiner Heimat zu spielen ist schon besonders, dort kennen mich die Leute von meinen Anfängen, immerhin schon seit 18 Jahren. Es ist natürlich auch schön, da viele Freunde zu den Gigs kommen und der Veranstaltung noch einmal eine ganz besondere Note geben, besonders für mich.

Du produzierst, legst auf und führst ein Label. Wie findet man eine Balance zwischen diesen zeitlich sehr intensiven Tätigkeiten?

Das ist leider kaum zu schaffen wie man sich vorstellen kann, ich arbeite meistens am Belastungsmaximum würde ich schon sagen. Aber wenn man das was man macht, liebt und mit Leidenschaft tut, dann nimmt man das gerne in kauf 😉 Am Ende des Tages tue ich es ja für mich und was gibt es schöneres als sein Hobby zum Beruf zu machen. Ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass ich das Glück habe.

Im Oktober letzten Jahres gab es einen Kittball Showcase beim ADE mit Tube & Berger, Purple Disco Machine, Robosonic, Superlover, P.A.C.O, Bram Fidder und dir. Warum hast du ausgerechnet diese Künstler für das Showcase ausgewählt?

Es sind die Künstler, die uns sehr nahe stehen, die wir gerne um uns haben und die Musikalisch einfach gut zu dem Abend gepasst haben. Es war eine rundum Runde Sache und hat echt Spaß gemacht.

Du bist Sonntags mit einer langjährigen Radioshow auf Ibiza Global Radio (IGR) zu hören. Wie bereitest du diese vor?

Auch hier würde ich lügen, wenn ich sage, da bereite ich mich lange vor. Ich nehme meine meisten Mixe aus dem Club direkt auf und nach einer nüchternen Gegenkontrolle ist so gesehen der Mix fertig. Natürlich habe ich auch fast jede Woche einen Gastmix vom Label nahe stehenden Künstlern. Es macht einfach Spaß und IGR ist eh einer meiner liebsten Sender schon immer gewesen.

Was war der Höhepunkt des vergangenen Jahres?

Das ich bei Beatport mit meiner Nummer zusammen mit Return of the Jaded – „Did you take my money“ zu den top 10 best selling tracks der letzten 12 Monate gehöre.

Welche Pläne für 2018 schmiedest du für dich sowie für das Label?

Oh, da passiert einiges. Ich bin ab 2018 bei Radius Artist unter Vertrag was mein Booking angeht, ausser GSA da bleibe ich bei Kittball Booking. Ich bin gerade viel im Studio, neue Kollaborationen stehen an mit Return of the Jaded, Tube & Berger, Flo Mrzdk und Ante Perry. Zwei Remixe kommen 2018 und wir arbeiten gerade mit Hochdruck an einer dritten Ausgabe unseres Charity Projektes IT BEGAN IN AFRICA. Haltet die Lauscher auf 🙂

Vielen Dank für das Interview!

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