Keine Frage, der DJ und Produzent Torsten Kanzler steht für druckvollen und treibenden Techno. Anstatt CDJs bedient er sein -Set, unter anderem bestehend aus einem Allen & Heath Xone K2 und der Maschine von Native Instrument. Berauschende Drum-Arrangements, knarzende Synthies und analogwarme Bassläufe vermischt der Kanzler zu einem kompakten Techno Paket. Vor allem sein stets spontaner Set-Aufbau mit bis zu vier laufenden Decks machen seine Mixe zu einem wahren Happening. Nun kündigt Torsten Kanzler seinen nächsten großen Wurf an, ein neues Album auf Bush Records, der Heimat von Künstlern wie Carl Cox und Dave Clark. Wir haben uns darüber mit Torsten Kanzler unterhalten.

Du hast ja ein ziemlich spannendes Jahr hinter Dir – was bleibt Dir besonders in Erinnerung?

Ein ganz besonderes Ereignis in diesem Jahr wird wohl die Fertigstellung sowie die Platzierung meines neuen Albums HOME auf dem Legendären Bush Records, mit dem ich Quasi groß geworden bin. Dies ist für mich eine besondere Ehre. Da hätte ich, als ich 1998 das Thomas Schumacher Album „Electric Ballroom“ im Plattenladen angehört habe, niemals dran gedacht.

Was steckt hinter dem Titel HOME?

Ich bin 2016 raus aus der großen Stadt, zurück in meine alte Heimat, aufs Land gezogen und habe mir hier über Monate ein eigenes neues Studio, nach meinen Vorstellungen gebaut. Während der langen, fast sechs monatigen Studiopause, bedingt durch den Bau, habe ich mir viele Gedanken über meine DJ Sets gemacht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass viele meiner letzten Produktionen kaum meinen Sound wiederspiegeln. Mit der Fertigstellung des Studios, steckte mein Kopf voller neuer Ideen. Leider war es anfangs gar nicht so einfach, diese umzusetzen. Meine Ohren hatten sich so an die bassige Studioakustik im letzten Studio gewöhnt, dass ich mit dem klaren, direkten Sound im neuen Studio überhaupt nicht zurechtkam. Nach weiteren sechs Monaten experimentieren und inspiriert von der neuen Umgebung entstand dann „HOME“. Ich hatte das Gefühl im neuen Zuhause und im neuen Sound angekommen zu sein.

Das Album erscheint auf dem Label  BUSH Records aus Australien, auf dem internationale Techno Größen wie Carl Cox oder auch Dave Clarke releasen. Wie kam es dazu?

Das ich mal ein Album auf dem legendären Bush Records veröffentliche, hätte ich mir nie träumen lassen. Ich bin mit dem Label groß geworden. Viele Veröffentlichungen von Dave Clarke wie die Red Serie oder auch Thomas Schumacher haben mich sehr geprägt. Ich würde behaupten, dass ich damals jede neue Bush Vinyl gekauft habe. Vermittelt hat mir den Deal ein Freund. Der hat das Album zum Eric, dem Label Chef geschickt. Der fand es so geil, dass er direkt zugesagt hat.

Ebenfalls startet im Februar 2018 Deine Album Tour – kannst Du schon verraten wohin es so geht? Sehen wir Dich auch in Berlin?

Oh ja, wir stecken gerade mitten in der Tour Planung. Im Februar stehen schon Stopps in Frankfurt, Basel, Erbach, Magdeburg, Hamburg, Coburg und Tübingen auf dem Plan. Im weiteren Verlauf sind auch schon Dates in Nürnberg, Wuppertal, Köln, Freiburg, Graz, Ingolstadt, Ravensburg, Hannover, Erfurt und selbstverständlich auch in Berlin gefixt, wo ich mein Debüt im Sisyphos geben werde. Es sind viele neue neue Locations dabei. Ich freue mich riesig auf die Tour!

Du hast auch viele Festivals und auch Clubgigs in 2017 gespielt. Was waren die geilsten Momente?

Es gab wieder so viele geile Momente. Es waren wieder viele Clubs und Festivals dabei, die mich sehr beeindruckt haben. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr, war das Parookaville Festival, welches wohl mit zu den größten und bekanntesten der Welt zählt.

Wohin geht es mit Deinem eigenen Label im nächsten Jahr?

Ich bekomme immer so viele geile Tracks zugesendet und versuche dann möglichst viele davon zu releasen. Dieses Jahr kommt noch eine Release von Kevin Wesp und dann wars das. Nächstes Jahr habe ich mir vorgenommen regelmäßig alle 4 Wochen eine VÖ zu machen und stilistisch geht es selbstverständlich weiter mit gutem Techno.

Wohin zieht es Dich in Berlin, wenn Du vor einem Deiner Gigs noch Essen gehst oder am nächsten Tag noch ein wenig Ruhe suchst?

Ich gehe gerne ins Sage Restaurant. Das Ambiente ist geil, das Essen ist mega geil und ich kenne die Kellnerin J. Es gibt so viele Möglichkeiten, in Berlin gut essen zugehen. Das liebe ich an der Stadt. Für die Ruhe am nächsten Tag, besuche ich meist meinen alten Kiez in PBerg, setze mich mit einem frischen Kaffee auf eine Bank am Kollwitz Platz und denke etwas wehmütig an meine 15 Jahre Berlin zurück.

Wo verbringst Du den Jahreswechsel?

Silvester geht es erst in den Butan Club nach Wuppertal und anschließend zum Boo Festival nach Köln.

Vielen Dank!

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