Nachdem wir Euch zu Beginn der letzten Woche auf die „Plattenladenwoche“ aufmerksam gemacht haben, können wir den aufgezeigten Trend zu mehr Vinyl nun noch mit ordentlichen Zahlen untermauern. Hierzu hat der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) nun offizielle Daten veröffentlicht, die zeigen, dass die Kurve der Vinyl-Verkäufe auch im 9. Jahr in Folge ungebrochen nach oben zeigt und dabei immer steiler wird.

Bereits in den ersten drei Quartalen des Jahres 2016 wurden in Deutschland so viele Tonträger aus Polyvinylchlorid verkauft, wie im gesamten Jahr 2015. Das bedeutet bis hierhin einen Verkaufszuwachs von rund 50 Prozent. Das Weihnachtsgeschäft wird sein Übriges tun, um das bisherige Umsatzplus von 47 Millionen Euro bis zum Jahresende noch deutlich auszubauen. Um der Entwicklung Rechnung zu tragen, hat der BVMI übrigens bereits im letzten Jahr begonnen, regelmäßige Vinyl-Charts zu veröffentlichen.

Trotz des anhaltenden Booms wollen wir nicht unterschlagen, dass der Anteil der Vinylverkäufe am Gesamtmarkt verkaufter Tonträger mit 4,3 Prozent noch immer recht bescheiden ausfällt. Vinyl bleibt also vorerst eine Nische für Liebhaber und Sammler – eine Nische, die sich immer mehr füllt, denn die zunehmende Digitalisierung unserer Gesellschaft im Allgemeinen und der Technoszene im Speziellen wird sicherlich immer mehr Menschen zum Kauf und zum Unterhalt „analoger Rückzugsorte“ bringen, schon allein, um sich ein Stück weit der Beliebigkeit zu entziehen, welche die digitalen Möglichkeiten zweifelsohne mit sich bringen, und Musik wieder bewusster zu kaufen und zu hören.

Ganz nach dem Motto: „Kauf dir eine Vinyl – dass du in 50 Jahren noch eine MP3 auf dem Dachboden findest, ist mehr als unwahrscheinlich!“

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