Der in Berlin lebende ASA 808 von der TOYS Crew veröffentlichte gerade sein Mini Album Love Trumps Fear. Und da ein besonderes Werk auch ein besonderes Format verdient, kommt es auf schwarzem Gold in die Läden. Und tatsächlich, Vinyl hat dieses Album auch verdient, wenn gleich es auch kein reines Techno oder House Album ist.

Es catched den Hörer zwar sofort und lässt unweigerlich Gänsehaut entstehen, spielt aber musikalisch gleich in verschiedenen Genres. Mal nimmt ASA 808 mit auf eine gefühlvolle Reise in die Welt von Synths und Sounds, mal reißt er cluborientierter und eindringlichen Vocals mit nach vorn durch die Nacht.

Immer mit einem Anstrich Melancholie, der es schafft von einem emotionalen Höhepunkt zum nächsten zu tragen. Love Trumps Fear ist eine der wirklich herausragenden und wichtigen Veröffentlichungen in diesem Jahr. Kein Wunder, dass die vor ab Single vom französischen TRAX Magazin und das Video von Inverted Audio premiert wurde. Wir haben uns mit ASA 808 über das Album, das brodelnde Berlin und seine Pläne unterhalten.

Dein Minialbum LOVE TRUMPS FEAR steht in den Startlöchern. Was verbirgt sich hinter dem Titel?

Der Titel ist ein Statement für mehr Liebe und Offenheit in Zeiten wachsender Angst-Politik und zwischenmenschlicher Unterkühlung – in zwischenmenschlichen und makrosoziologischen Lebenswelten. Im Angesicht der wuchernden Gewinn-, Like- und Ego-Sucht in unserer Gesellschaft und im Musikbusiness hoffe ich, den Communities etwas zurückgeben zu können, aus der ich die größten persönlichen und musikalischen Bereicherungen und Inspirationen erhalten habe: meinen Freund*innen, der liberalen und offenen Gesellschaft UND der queeren Szene.

Zwei der Tracks sind bereits veröffentlicht. Wie kam es nach der Single zur Idee zum Album?

Das Album war schon fertig, als die Vorab-Singles veröffentlicht wurden. Es war mir wichtig, den beiden Tracks etwas Raum zu geben, da sie soundtechnisch auch eine Brücke schlagen zwischen meinen vorrangig clubbigen Releases in den letzten Jahren und dem Album, das ein breites Spektrum an Einflüssen vereint.

Zu der Single gibt es auch ein eindrucksvolles Video – wie wichtig ist Dir das Zusammenspiel aus Bild und Sound?

Sehr wichtig! Ich finde Musik deutlich eindrucksvoller und einprägsamer, wenn sie mit visuellen Eindrücken kombiniert wird. Darum ist das Musikvideo zu ’Love Trumps Fear’ auch schon das vierte Musikvideo für mich, und das dritte, das ich mit meinem guten Freund und Lieblings-Editor Vincent Tirpitz gemacht habe. Die Drohnen-Aufnahmen stammen zum Großteil von Jacub Cezary Kaliszewski, einem wundervollen befreundeten Fotografen.

Der Gewinn der durch das Album entsteht wird von Dir komplett gespendet. Wofür wirst Du das Geld spenden und warum?

Alle Gewinne der Plattenverkäufe gehen an die LGBTIQ Organisationen LesMigraS & Gladt e.V., die sich für eine Gesellschaft einsetzen, in der alle Aspekte des Lebens und der Persönlichkeit von lesbischen, schwulen, bisexuellen und Trans*Menschen ganz gleich welcher Herkunft oder Hautfarbe akzeptiert und wertgeschätzt werden. Es ist mir ein großes Anliegen, hiermit Offenheit und Liebe in all ihrer Diversität zu stärken.

Worauf freust Du Dich gerade besonders?

Die TOYS Family und ich  haben gerade den Release mit einer Solipart im ://about blank zugunsten von der NGO Women In Exile gefeiert, und unsere letzte Party gibt es am Wochenende im Farbfernseher, der lange Jahre sowas wie unser Wohnzimmer war. Ich freue mich immer am meisten, gemeinsam mit so vielen Freund*innen und Lieblingskünstler*innen zu feiern, wie zuletzt mit Redshape, Will Saul, The Golden Filter, TRP und Bobbie*.

Wohin verschlägt es Dich in Berlin, fernab der Clubszene um Kreativität zu tanken?

Am häufigsten in die Natur der Mecklenburger Seenplatte, wo ich aufgewachsen bin. Ich finde aber auch, dass die Großstadt sehr inspirierend sein kann. So sind die meisten Tracks auf dem Album in meinem alten Probenraum- und Studiokomplex am Ostkreuz entstanden – am besten klappt das aber tatsächlich ohne Handy und WLAN.

Was planst Du so für die nächsten Monate?

Die Release Tour hat bereits begonnen mit einigen tollen Nächten in Paris, München, Barcelona und Berlin. Es sind noch viele Shows geplant, u. a. in Budapest, London, Köln und auf einigen Festivals. Ich kann’s trotzdem auch kaum erwarten, zurück ins Studio zu kommen. Und ich ziehe im Sommer wieder komplett nach Berlin, worauf ich mich auch sehr freue.

Vielen Dank für das Gespräch!