Kann man beinahe als italienisches Aushängeschild für den Techno beschreiben. Bereits in jungen Jahren entdeckte er seine Liebe zu den elektronischen Klängen und machte sich daran seine Plattenspieler Tag für Tag und Nacht für Nacht zu bearbeiten. Seine Passion für elektronische Klänge wurde dann auch beim Talentwettbewerb auf Ibiza gehuldigt, in welchem er den ersten Platz belegte und erstmals größere Aufmerksamkeit erfuhr. Nicht zuletzt durch seine DJ Mixe auf Ibiza Global Radio und weiteren Stationen auf der Insel. Doch nicht nur hinter den Decks bewies der Italiener sein können, sondern transformierte seine Leidenschaft auch im Studio. So erschien eine seiner ersten Veröffentlichung auf dem Label VIVA von Steve Lawler. Die Grundsteine seiner Karriere waren damit maßgeblich gesetzt. Doch nicht nur, dass verschiedene Veröffentlichungen auf angesagten Labels folgten, auch der Support der internationalen Szene und allen voran Acts wie Carl Cox wuchs. Mittlerweile ist Fabio Neural rund um den Globus unterwegs und spielt namhaften Clubs und Festivals und überzeugt mit einem eigenständigen und intensiven Sound. Wir haben mit dem Talent aus Italien gesprochen.

Du hast bereits mit 17 angefangen mit Plattenspielern aufzulegen. Was war es an der elektronischen Musik, die dich schon in jungen Jahren so sehr gefesselt hat?

Wenn ich ehrlich sein muss, weiß ich es nicht. Es war nur Liebe auf den ersten Blick oder vielleicht besser gesagt auf das erste Hören. Ich fühlte immer besondere Emotionen, wenn ich diese Art von Musik hörte. Die wirklich wahre Liebe begann, als ich anfing, in den Club zu gehen, und ich die pure Energie, die von elektronischer Musik ausgeht, entdeckt habe.

Du hast in den letzten Monaten eine Reihe von qualitativ hochwertigen Releases geliefert. Was ist Dein Geheimnis, um die Produktionsqualität auf so hohem Niveau zu halten?

Es ist natürlich nicht immer einfach, aber ich versuche einfach nicht zu sehr an die hohen Ansprüche zu denken, um meinen Kopf frei zu haben. Jedes Mal, wenn ich dann im Studio bin, versuche ich, mein Bestes zu geben und jeden Track besonders zu halten. Das ist schon das ganze Geheimnis.

Welche Rolle spielen die sozialen Medien für Dich als DJ?

Leider scheint es, dass sie relevanter sind als Musik. Große Tracks zu machen ist immer noch wichtig, aber wenn man keine große Strahlkraft auf Social Media hat, schenke viele Fans elektronischer Musik und manch Promotor einem keine Aufmerksamkeit. Ich wuchs in einer Zeit auf, in der es die Fähigkeit und die Musikauswahl des Künstlers war, die den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten DJ ausmachten. Das hat sich allerdings mittlerweile geändert.

Du hast vor einigen Jahren Deutschland besucht und im Tanzhaus West gespielt. Warst du schon mal in Berlin?

Ja, ich war 3 Mal in Berlin, denke ich – eine wunderschöne Stadt-  aber ich habe dort noch nie gespielt. Ich hoffe bald!

Irgendwelche besonderen Kooperationen für dieses Jahr?

Ja, mit meinem Mann Dj Fronter hatten wir bereits zwei VA, eine für Tronic, dem Label von Christian Smith, und eine für Toolroom. Als nächstes kommt auch noch eine EP für Hot Creations, die Ende November erscheinen wird.

Was liebst Du am meisten auf Tournee, beim Spielen & Produzieren und überhaupt als DJ?

Ich liebe tatsächlich genau ALLES daran. Ich wurde als DJ geboren und wurde erst später Produzent. Daher gefällt mir das Spielen am besten, denn das bedeutet für mich Leben.

Touren sind wunderbar, das besuchen neuer Orte und entdecken neuer Kulturen ist fantastisch. Produzieren ist aufregend zugleich, besonders wenn man selbst oder ein großer Künstler seinen eigenen Track spielt und die Reaktion der Menge sieht. Aber die Emotionen, die ich fühlen kann, wenn ich spiele, sind etwas anderes. Ich konnte noch nie die richtigen Worte finden, um es zu beschreiben.

Welches Tool für DJs denkst Du ist eines der wichtigsten im Laufe der Zeit gewesen?

Der Turntable – der Pate des DJs.

Gibt es eine Software oder ein Instrument, mit dem Du besonders gern im Studio arbeitest?

Es gibt kein spezielles Gerät, dass ich ständig benutze. Die Vielfalt macht es eher. Am meisten produziere ich mit Sylenth, Arturia Bundle und meiner Hardware Moog Voyager.

Bist du gerade im Studio beschäftigt? Was steht auf deiner Agenda 2019?

In diesem Moment mache ich nichts im Studio, es ist einfach zu heiß in Italien im Sommer. Aber ich habe noch viele Demos zu signen, die ich jetzt wegschicke. Dazu kommen die geplanten und aktuellen Veröffentlichungen wie auf Hot Creations im November oder ganz aktuell auf Codex. Mehr dazu und zu weiteren kommenden Remixen auf meinen Channels.