KAMADEV ist ein in Miami geborener Musikproduzent, der melodische Tracks voller Wärme und Liebe zum Detail kreiert. Sein Künstlername ist von der hinduistischen Gottheit der Liebe und Leidenschaft inspiriert. Und genaue diese Eigenschaften findet man auch in seinen melodischen Technoproduktionen. Man kann KAMADEV als ein Aushängeschild der neuen jungen Generation der Künstler aus Miami und Florida betrachten, welche sich mit neuen melodischen und technoiden Einflüssen beschäftigen. Gerade hat er für das DJ MAG einen exklusiven Track als Free Download bereitgestellt und veröffentlicht auf international angesagten Labels wie jüngst auf Poker Flat Records, welches von Steve Bug gegründet wurde. Wir haben uns mit KAMADEV über seinen Sound, Corona in Miami und seine Verbindung zu Berlin unterhalten.

Lass uns ein wenig in der Geschichte zurückspulen – wie hat alles für den Künstler Kamadev begonnen?

Ok gerne – Ich hatte mich seit 2009 unter einem anderen Pseudonym in der Musikproduktion versucht. Irgendwann wollte ich jedoch mit einem neuen Namen anfangen. Also wurde KAMADEV 2015 geboren, aber erst 2019 habe ich mit voller Kraft angefangen und Gas gegeben.

Was hat Dich schon früh an der elektronischen Musik so gereizt?

In meinen frühen Teenagerjahren war ich Teil einer Breakdance-Crew, und wir hörten 80er-Jahre-Elektro und Freestyle. Die Energie in der Musik bestimmte die Stimmung, wenn wir tanzten. Die rhythmischen Beats passten zu unserem Tanzstil und der erste Steine für meine Liebe zur elektronischen Musik wurde gelegt.

Und was liebst Du immer noch am meisten am Touren und Produzieren?

Mit der Crowd in einem Club oder auf einem Festival in Kontakt zu treten und sie durch mein Set auf eine Reise mitzunehmen, besonders wenn man Tage und Wochen damit verbracht hat, Musik zu produzieren. Die Reaktionen des Publikums auf bestimmte Teile des Tracks zu beobachten und den Moment zu genießen.  Das ist etwas Besonderes für mich.

Kannst Du uns etwas über deine letzten Tracks für Somatic Underground und die Inspiration dahinter erzählen?

Toque de Aña beginnt als ein Ethno-Techno-Track und entwickelt sich dann in eine ganz andere Richtung und steckt somit voller Überraschungen. Ich wollte einige Einflüsse aus meiner kubanischen Kultur einbringen. Aña ist in unserer Folklore ein Geist, der in einer Trommel lebt. Toque ist in unserer Kultur ein Ausdruck für eine Trommelzeremonie zur Beschwörung von Geistern. Dieser Titel soll den Zuhörer dazu auffordern, loszulassen und zu tanzen.

Was ist dein Lieblingsspielzeug im Studio?

Mein Sequential Prophet-6 von Synthesizer-Guru Dave Smith. Eine Reinkarnation des legendären Prophet Vintage Synthesizer aus den 80er Jahren als 6fach polyphoner Analog Synthesizer. Ein 100 Prozent analog aufgebauter Synthesizer mit Step-Sequenzer und mit dem berauschenden Sound des Curtis Chip Filter-Designs.

Dein bisher beeindruckendster oder denkwürdigster Moment in deiner Karriere als DJ?

Meine Eröffnung für Paul Oakenfold im Jahr 2013 im Gryphon. Die Energie im Raum war atemberaubend.

Wie gehst Du persönlich mit der Corona Krise um und wie geht die Szene in Deiner Stadt Miami damit um?

Wir alle kämpfen in unserer lokalen Szene und versuchen unser Bestes, aufgrund der Vorschriften, die unsere Stadtverwaltung erlassen hat, einen positiven Ausblick zu behalten. Man darf die Hoffnung nicht aufgeben und sollte weiter positiv denken. Aus diesem Grund verbringe ich einen Großteil meiner Zeit damit, mit neuen Sounddesigns in meinem Studio zu experimentieren.

Du wirst dieses Jahr auf Beyond Now veröffentlichen – wie kam es zu der Verbindung mit dem Berliner Label?

Der Inhaber des Labels Matchy aus Berlin und ich haben uns während der Art Basel 2019 in Miami kennengelernt, als er in der Stadt war und bei einer Veranstaltung mit Moritz Hofbauer spielte. Wir hingen alle zusammen ab, tranken ein paar Bier und sprachen über die Musikindustrie. Seitdem sind wir in Kontakt geblieben.

Was steht auf Ihrer Agenda für 2020?

Am Leben bleiben und dem Covid ausweichen – LOL – 2020 ist schon halb vorbei, und es war eine wilde Reise voller Überraschungen. Ich freue mich darauf, mit einem breiteren Publikum in Kontakt zu kommen und meinen Sound auch außerhalb der USA präsentieren zu können. Gerade wurde mein Remix für Tim Engelhardt auf Poker Flat veröffentlicht, welchen es exklusiv auf Bandcamp gibt.

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