Es gibt Clubs, in denen man ein paar gute Nächte verbringt. Und es gibt Orte wie das Watergate. Orte, die einen über Jahre begleiten. Für viele von uns war dieser Club nicht nur eine Location an der Spree, sondern ein fester Teil der eigenen Clubjugend.
Als bekannt wurde, dass das Watergate zum 31. Dezember 2024 schließen würde, fühlte sich das für viele Berliner und für unzählige internationale Gäste wie das Ende eines kleinen Kapitels im eigenen Leben an. Mehr als zwei Jahrzehnte lang war der Club ein fester Bestandteil der Berliner Clublandschaft. Und für viele auch ein Ort voller Erinnerungen.
Nächte, die erst am Morgen endeten
Wer einmal im Watergate gefeiert hat, vergisst diesen Ort nicht so schnell. Schon der Weg dorthin hatte etwas Besonderes. Von der Oberbaumbrücke kommend, meist mit der Partytram M10 oder der U- und S-Bahn, die Spree im Blick. Dann dieser kurze, manchmal auch sehr lange Moment vor der Tür. Wer kannte sie nicht, die oft endlose Schlange. Und irgendwann ging es dann endlich hinein in den Club.
Drinnen wartete diese ganz eigene Atmosphäre. Zwei Floors, eine Treppe dazwischen und oben die große Fensterfront direkt zur Spree. Wenn man dort tanzte, sah man manchmal schon die ersten Sonnenstrahlen über dem Wasser. Ein Moment, der in Berlin selten geworden ist.
Viele Nächte begannen hier irgendwann nach Mitternacht und endeten erst, wenn draußen längst wieder Alltag war. Morgens um sieben, acht oder neun, wenn die Stadt langsam aufwachte und drinnen noch immer getanzt wurde.
Und über allem diese berühmte LED-Decke. Tausende kleine Lichter, die sich im Rhythmus der Musik bewegten und dem Raum eine ganz eigene Energie gaben. Die ersten Fotos davon entstanden noch mit Sony-Ericsson-Handys. So lange begleitet diese Decke den Club schon.
Ein Club, der Generationen geprägt hat
Das Watergate öffnete seine Türen im Jahr 2002, in einer Zeit, in der sich Berlin als Hauptstadt der elektronischen Musik gerade neu definierte. Über die Jahre entwickelte sich der Club zu einer festen Größe in der Szene.
Unzählige internationale DJs standen hier hinter den Decks. House, Techno, Minimal oder Deep House, das Watergate war nie auf einen einzigen Sound festgelegt. Vielmehr ging es immer um eine bestimmte Stimmung. Tanzbar, warm, hypnotisch.
Viele DJs erzählten später selbst, dass das Watergate ein besonderer Ort zum Auflegen war. Nicht nur wegen der Lage oder der Architektur, sondern wegen der Atmosphäre auf dem Dancefloor.
Der Blick auf die Spree
Was das Watergate wirklich einzigartig machte, war seine Lage. Während viele Berliner Clubs bewusst abgeschottet wirken, öffnete sich dieser Club zum Wasser hin.
Der Moment, wenn nach einer langen Nacht langsam das Tageslicht durch die Fenster fiel, hatte etwas Besonderes. Die Musik lief weiter, der Floor war noch immer voll und draußen zog langsam das erste Morgenlicht über die Spree.
Für viele gehört genau dieses Bild zu den stärksten Erinnerungen an das Watergate.

Mehr als nur ein Clubabend
Viele Menschen verbinden mit dem Watergate weit mehr als nur einzelne Partys. Es war der Ort für erste Clubnächte, spontane Wochenenden, Geburtstage, Afterhours oder einfach diese Abende, die eigentlich nur kurz beginnen sollten.
Man traf dort Freunde wieder, verlor sich stundenlang auf dem Dancefloor, stand irgendwann draußen am Wasser und wusste nicht mehr genau, wie spät es eigentlich war.
Diese Mischung aus internationalem Publikum, Berliner Szene und Gästen aus aller Welt machte den Club über die Jahre zu einem Treffpunkt für ganz unterschiedliche Menschen.
Und trotzdem hatte das Watergate immer etwas Persönliches behalten.
Ein Abschied, der weh tut
Als klar wurde, dass der Club zum Jahreswechsel 2024 schließen würde, war schnell spürbar, wie viel dieser Ort für viele Menschen bedeutete.
Die letzten Monate waren geprägt von Abschiedspartys, langen Nächten und vielen Gesprächen darüber, was dieser Club eigentlich für Berlin war.
Denn in einer Stadt, in der Clubs ständig kommen und gehen, schaffen es nur wenige Orte, über zwei Jahrzehnte hinweg eine so feste Rolle einzunehmen.
Was bleibt
Auch wenn die Türen des Clubs nun geschlossen sind, bleibt das Watergate Teil der Berliner Clubgeschichte. Und ganz verschwunden ist der Name ohnehin nicht. Das Label Watergate Records wird weiterhin aktiv sein und auch in Zukunft Musik veröffentlichen.
Für viele von uns bleiben vor allem die Erinnerungen. Die Musik, die Menschen, das Licht über dem Dancefloor, der Blick auf die Spree am frühen Morgen.
Clubs verschwinden irgendwann. Aber die Momente, die man dort erlebt hat, bleiben.
Und irgendwo zwischen Bass, Sonnenaufgang und dem Wasser der Spree wird das Watergate für viele immer ein besonderer Ort bleiben.


