Spätestens als DJ Koze einen Track von Dürerstuben in seinem „Fact Podcast“ gedroppt hat, wurde Dürerstuben auch international ein Begriff. Mit ihren Releases auf Labels wie Pampa Records, Feines Tier und Get Physcial haben Dürerstuben ein jeher hohes Qualitätsversprechen abgeliefert und stets bedingungslos erfüllt. Ihre rar gehaltenen Mixe sind tief treibend und bunt zugleich –  spiegeln damit ihren Musikgeschmack zwischen House und Techno perfekt wider. Jüngst haben Dürerstuben auf Super Flu’s Label Monaberry einen vor Groove strotzenden Remix für die „Tantum – Bonsai EP“ geschraubt und damit erneut ins Schwarze bzw. den Dancefloor getroffen. Wir haben uns mit den beiden in gemütlicher Stube getroffen und ein wenig über das Leben, Studioalltag und Berlin gesprochen.

Ihr seid als Dürerstuben nun schon eine beachtliche Zeit unterwegs und kennt euch schon seit vielen Jahren. Was schweißt euch als Duo über all die Zeit zusammen?

Das Projekt ist aus der gemeinsamen Leidenschaft Musik und deren Entstehung zu verstehen und zu entdecken entstanden. Das ist nach wie vor zum einen der Grund für unsere musikalische Diversität, zum anderen hat sich daraus über die Jahre eine Freundschaft entwickelt, die uns auch in Tagen an denen wir evtl. mal weniger Lust haben hilft den Spaß nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn wir nichts auf die Reihe kriegen, gehen wir halt ne Pizza essen und quatschen. Das ist dann auch ein erfolgreicher Tag gewesen.

Geprägt seid ihr ursprünglich durch HipHop, erst später kam dann die Leidenschaft für House und Techno. Wie wichtig sind euch überhaupt Genre Bezeichnungen in Zeiten von „Afro House“ und „Indie Dance“?

Die Bezeichnung hilft ja im Grunde einen ungefähren Überblick zu behalten, wenn man sich orientieren möchte und evtl. noch gar keine Ahnung von einer Musikrichtung hat. Irgendwann verschwimmen dann die Grenzen je tiefer man in die Materie geht und dann ist es sowieso eher so, dass bestimmte Stücke und Künstler oder Epochen eine übergeordnete Rolle spielen.

Welche Rollen spielt das Berliner Clubleben in eurer Entwicklung als Artists?

Mit der Berliner Clubszene hat bei uns im Grunde für das Projekt Dürerstuben alles begonnen. Hier haben wir alle Leute kennen gelernt, die unseren weiteren musikalischen Weg bereitet bzw mitverfolgt haben. Von daher spielt sie eine ganz entscheidende Rolle. Auch wenn das nur eine von den vielen Phasen des Lebens ist und wir uns inzwischen nicht mehr so aktiv in der Clubszene bewegen wie noch vor einigen Jahren, sind wir natürlich sehr froh all diese Menschen weiterhin zu kennen und einige unsere Freunde nennen zu dürfen. In und um diese “Szene” tummeln sich viele verschiedene Menschen mit den unterschiedlichsten Ideen und Lebensmittelpunkten, das ist schön und es ist umso schöner, dass wir in dieser Stadt aufwachsen und leben können.

Euch verschlug es neben euren Gigs in Deutschland auch immer wieder in die Schweiz, aber auch Spanien, die Niederlande oder jüngst Miami. Welche Eindrücke nehmt ihr von euren Gigs im Ausland mit zurück? Was davon nehmt ihr mit ins Studio?

Reisen sind für uns Tapetenwechsel und total super um mal aus dem Studio/Alltag rauskommen und gemeinsam Dinge erleben, die ja unseren Weg als Duo deutlich prägen. Das sind die Geschichten die man später seinen Kindern erzählt. Ob es nun der Hurricane in Miami oder die besten Rösti in Basel sind. Im Studio ist dann eher locked in modus angesagt. Das kann dann auch mal Tage lang ohne Kontakt zur Außenwelt enden. Von daher zehren wir von diesen Reiseerfahrungen immer wieder gern auch kreativ.

Aktuell erscheint euer Remix für Tantum auf Super Flu’s Label Monaberry. Wie seid ihr an die Produktion gegangen?

Wir haben die Files von den Jungs bekommen und sind im Grunde mit der ersten Idee direkt schwanger gegangen. Wir hatten nicht sehr viel Zeit und haben uns deshalb auch auf unser Bauchgefühl verlassen und einfach nicht viel herumexperimentiert, sondern glücklicherweise direkt den für uns passenden Nagel auf den Kopf getroffen. Das Original bietet halt auch einfach eine tolle Spielwiese für einen Remix. Da ging der Rest dann eher leicht von der Hand. 

Sind eure Kreativprozesse im Studio schon Routine oder geht ihr immer wieder auf anderen Wegen an die Produktionen?

Im Studio sind wir immer wieder komplett auf null. Es gibt keine Routine. Zumindest in der Kreativphase. Das kann mal ein spezieller Synth sein, der uns ins Auge springt oder ein groove, den wir zufällig beim jamen basteln. Ganz unterschiedlich. Irgendwann macht es halt bei uns beiden gleichzeitig klick und dann wird diese Idee die uns mitnimmt ausproduziert.

In welche „Stuben“ würdet ihr in Berlin einkehren, wenn ihr ein wenig Ruhe braucht?

Zuhause ist es doch immer am Schönsten. Wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten (lacht) und dementsprechend ganz langweilige Stubenhocker.

Was steht bei euch noch so auf dem Stubenplan für die nächsten Wochen und Monate?

Einiges. Wir droppen im kommenden Jahr noch diverse Singles und EPs. Evtl. Auch ein kurzes Album. Da ist einiges in der Pipeline. Es lohnt sich auf jeden Fall die Augen und Ohren offen zu halten.

Und euer Vorsatz für 2020?

Ran an de Buletten.

Mehr Infos unter: www.duererstuben.com